Diskussion zum Grundsatzprogramm

 Klimakrise, Digitalisierung, Nationalismus – was sind aus Deiner Sicht die wichtigsten Themen?

Die Referent*innen sowie die Moderatorin des Abends: v. l. Michael Kellner, Ursula Igel, Weihua Wang, Johannes Kliesch und Prof. Laura Edinger-Schons

Genau 40 Jahre nach Gründung der Bundes-Grünen soll im Herbst 2020 das neue Grundsatzprogramm in Karlsruhe verabschiedet werden. Der Kreisverband Kurpfalz-Hardt veranstaltete deshalb am 5. September 2019 eine interaktive Diskussionsrunde im Welde-Stammhaus in Schwetzingen.

Zur Veranstaltung waren vier hochkarätige Gäste eingeladen, die Impulse für den Gedankenaustausch über die großen Herausforderungen der Zukunft gaben:

Michael Kellner, Bundesgeschäftsführer der Grünen, stellte die Schwerpunkte der grünen Politik vor.

Prof. Laura Edinger-Schons vom Lehrstuhl für Corporate Social Responsibility der Hochschule Mannheim sprach zu Unternehmensverantwortung im ökologischen, aber auch sozialen Bereich.

Johannes Kliesch, Gründer des Start-up-Unternehmens „Snocks“, welches Socken und Unterwäsche im Internet vertreibt, sprach über die großen multinationalen Konzerne (wie Amazon), die in allen Ländern, in denen sie tätig sind, keine Mehrwertsteuer zahlen, aber große Gewinne machen. Er erzählte auch von mehr und mehr kritisch nachfragenden Kunden zum Transport der Waren.

Ursula Igel, Geschäftsführerin der diakonischen Werke im Rhein-Neckar-Kreis berichtete aus der Alltagspraxis von Menschen mit existenzsichernden Leistungen: deren größtes Problem sei derzeit, eine bezahlbare Wohnung zu finden, und nicht, das Klima zu schützen.

Die Diskussionsrunde im neuen Welde-Stammhaus in Schwetzingen.

Munter ging es in der Diskussion zu, an der sich viele Besucher*innen von Jung bis Alt beteiligten. Dabei wurden viele Themen gestreift, vom „grünen Wirtschaften“, energieeffizienten Technologien, Ausbau der Erneuerbaren Energien bis zur umwelt- und tiergerechten Landwirtschaft.

Größeren Raum nahm die Frage ein, ob die vieldiskutierte „Schwarze Null“ im Haushalt gerechtfertigt ist, wenn Investitionen der öffentlichen Hand in den Bereichen Klimaschutz, ÖPNV und Bildung von Nöten sind. Dabei geht es um Zukunftsinvestitionen, die langfristig wirksam werden, um umwelt- und klimaschonend zu handeln.

Ebenso intensiv wurde über soziale Fragen wie die Spaltung der Gesellschaft, Rassismus und Integration diskutiert.

„Abrupte Veränderungen zum Positiven sind möglich und machbar“, appellierte Kellner zum Schluss der Veranstaltung, das habe die Vergangenheit gezeigt. „Wir haben es selbst in der Hand.“

Weihua Wang, frühere Kreissprecherin, hatte den Abend organisiert und führte souverän durch die Diskussion. Der Kreisvorstand bedankt sich ganz herzlich für den interessanten Abend.